Daniel goes Sweden

2006-08-12

Osqvik Party

Bereits am Freitag in der ersten Wochen hatten wir Karten für die Osqvik Party gekauft, obwohl sich keiner so richtig was drunter vorstellen konnte.

Am Freitag mittag kam dann eine erklärende Mail: Osqvik ist eine Hütte auf einer Insel in der Nähe von Stockholm, man kann dort schwimmen und saunieren.

Es war relativ kompliziert zu erreichen, man mußte von Slussen aus mit dem Bus fahren, unterwegs einmal umsteigen und dann nochmal 10 Minuten laufen. Das Problem war nur, dass 300 Karten für die Party verkauft wurden und auf der Anfahrtsbeschreibung genau zwei Busse genannt wurden. Dass das schiefgeht war natürlich vorprogrammiert. Als wir in Slussen an der Bushaltestelle angekommen sind, war dort schon eine riesige Menschentraube. Zumindest dachte ich es sei eine Traube, tatsächlich war es nämlich eine Schlange, wie mich Julien aufgeklärt hat. Ich hatte ihn am anderen Ende der Menschenmenge gesehen und bin mit Patrick einfach mal zu ihm hingelaufen um Hallo zu sagen. Dabei haben wir uns, ohne es zu merken an ein paar Duzend vielleicht sogar 200 Leuten vorbei gedrängelt. Die Schweden lieben Schlangen. Überall muß man eine Nummer ziehen und wird dann aufgerufen wenn man dran ist. Gibt es keine Nummern, wird ganz gesittet gewartet bis man dran ist. Wir haben uns also ohne böse Absicht total daneben benommen, aber da sich niemand beschwert hat, sind wir halt stehengeblieben und dann auch in den Bus gekommen, wir haben sogar eine Sitzplatz bekommen. Leider habe ich kein Foto vom Gesichtsausdruck der Busfahrerin, als sie die riesige Menschenmenge gesehen hat, die in ihren Bus will. Es war zwar ein großer Gelenkbus, aber es hat trotzdem nicht für alle gereicht. Dummerweise war der Bus, in den wir umsteigen mussten, ein ganz normaler, kleinerer Bus und jedem war klar dass nicht alle Leute aus dem großen Bus in den kleinen passen würden. Patrick und ich haben es geschafft und sind dann bald an der finalen Haltestelle angekommen. Von dort aus sind wir dann einfach der Menge nachgelaufen und waren dann auch bald am Ziel. Auch die Leute, die es nicht in den Bus geschafft haben, sind dann irgendwie später angekommen.

Wenn man hört, dass wir mit dem Bus von Stockholm aus auf eine Party gefahren sind, denk man sich vielleicht, dass das nicht weit weg sein kann. Deshalb hier mal ein paar Links zu Google Maps. Einmal eine Nahaufnahme, auf der man das Haus sehen kann (der kleine rotbraune Fleck in der Mitte) und hinter der Sprechblase versteckt sich auch die Sauna am Wasser (der braune Fleck am Wasser, zwischen den Booten, den weißen Flecken). Wenn man das mal von weiter weg betrachtet, wie z.B. auf dieser Karte, dann sieht man, dass ziemlich im Nirgendwo ist und doch ein ganzes Stück vom Zentrum weg. Die Motivation einen Bus zu erwischen, der wieder zurück fährt, war also entsprechend hoch.

Die Frage ist allerdings, ob man von dort überhaupt jemals wieder weg will. Die Location ist der absolute Hammer. Die Landschaft ist wie aus dem Bilderbuch, bzw. wie aus dem Schwedenreiseführer. Patrick und ich waren unter den ersten, die sich ins Wasser getraut haben. Es war schon ziemlich kalt, aber erträglich. Wenn man danach gleich in die Sauna gehüpft ist, war es ok. Beim zweiten Badegang bin ich dann auch mit anderen Leuten ans andere Ufer geschwommen. Der Hinweg war ok, aber dort war es dann wirklich sau-kalt und auf dem Rückweg hat ich mich gefühlt als würde ich durch Sirup schwimmen.

Das Bier wurde fast zum Einkaufspreis verkauft, nur 15 kr. Ausserdem gab es Hot Dogs for free. Da es ursprünglich hieß, dass es nichts zu essen gibt, hatten wir uns Burger mitgebracht, die wir auf den Grill geworfen haben. Für Nicht-Bier-Trinker gab es leider nicht so viel interessantes, nur Cider in Grün, Kaktus-Limette und in Rot, irgendwas mit Beeren, das hat geschmeckt wie Limo mit ein wenig Alkohol, sehr seltsam.

Dann hat man halt gemacht was man auf einer Party so macht. Ich habe mit Leuten gequatscht, wir haben unsere Burger gemapft und warmes Bier getrunken. Später gabs dann auch Musik im Haus und es wurde ausgiebig getanzt. Nur das die Party irgendwo im Nichts in Schweden war und man zwischendurch mal schnell ins Wasser hüpfen oder einen Saunagang einlegen kann, was ich auch gegen Mitternacht nochmal gemacht habe. Man kann natürlich nicht erwarten, das 30 besoffene Studenten in der Sauna sitzen und meditieren. Die Franzose haben lautstark Lieder gesungen und wir Deutsche haben so gut wie möglich mit dem Donau-Lied gekontert.

Sehr lustig war auch, dass man im Haus keine Schuhe tragen durfte. Es war schon lustig anzusehen, wie über 100 Leute in Socken oder barfuß tanzen, was aber der guten Stimmung keinen Abbruch getan hat.

Julien, Patrick und ich sind dann mit dem Bus um 2:00 Uhr zurück in die Stadt gefahren. Die Portugiesen waren auch im Bus, so war die Fahrt extrem kurzweilig. Am Hauptbahnhof musste dann alles ganz schnell gehen und wir haben wieder ein paar Leute verloren, aber Verluste gibt's halt immer. Es war ein unvergesslicher Abend und die Parties die noch kommen müssen ganz schön was bieten, um das zu toppen!

Falls das hier irgendjemand ließt, der nach mir an die KTH geht: Besorg dir Karten für die Osqvik-Party! Es lohnt sich!