Daniel goes Sweden

2006-08-08

Kista & the Sundbyberg Connection

Eine Woche nach Ankunft in Stockholm war ich dann das erste Mal auf dem IT-Campus in Kista. Direkt nach dem Sprachkurs sind wir dorthin gefahren und haben zuerst mal in einer nahegelegenen Einkaufspassage zu Mittag gegessen. Da wir uns immer noch nicht so richtig mit den Preisen anfreunden können, haben 3 von uns Döner gegessen, das war das billigste, aber leider vermutlich auch die schlechteste Wahl. Wir sind dann noch ein wenig durch die Passage geschlendert, bevor wir zum School Information Meeting gegangen sind.

Der Informationsgehalt ließ mal wieder stark zu wünschen übrig, ich habe eigentlich nichts wirklich neues gehört. Worauf nochmal expizit auf die Regeln bei Betrugsversuchen hingewiesen. Wenn man abschreibt oder Quellen anzugeben vergisst (und dabei erwischt wird), kann mit heftigen Sanktionen rechnen. Das geht dann bis zu einem ganzen Jahr Ausschluss aus der Uni. Wobei Ausschluss Entzug der Zugangsberechtigung heißt, d. h. man kann nicht mehr ins Gebäude und somit auch keine Vorlesungen besuchen. Das Gebäude in dem die School of Information and Communication Technology (ICT) untergebracht ist, war früher das schwedische IBM-Hauptquartier. Die IBM-Leute sind scheinbar ziemlich paranoid, ungefähr alle zwei Meter ist eine Sprinkleranlage an der Decke und man kommt keine drei Türen weit ohne dass man seine Zugangskarte durch den Leser ziehen muss.

Diese Zugangskarte haben wir dann auch zusammen mit den Zugangsdaten für unsere Computeraccounts nach einer kurzen Führung über den Campus bekommen. Der Campus bzw. die einzelnen Gebäude sind sehr modern und super ausgestattet. Es gibt jede Menge Lernräume und Räume mit Sofas, wo man einfach nur abhängen kann. Wer dabei jetzt an eine kleine Ecke mit ein paar vergammelten Sofas denkt, liegt vollkommen daneben. Alles ist top in Schuss und könnte so direkt auch in einer In-Kneipe stehen. Die Sitzecke vor dem Hörsaal, indem das Meeting war, hatte sogar einen offenen Kamin! Das muß man sich mal vorstellen.

Das Verteilen der Zugangsdaten hat ne ganze Weile gedauert. Bis wir zuhause waren war der Nachmittag dann gelaufen. Wir sind noch schnell zum System Bolaget und haben zwei Paletten Dosenbier gekauft, da Julien, ein Franzose, der schon seit einem Jahr hier ist, uns zu seinem Geburtstag eingeladen hat. Die Penner an denen wir auf dem Weg zurück zum Haus vorbeigelaufen sind, haben sich gefreut wie kleine Kinder, total seltsam. Wir sind dann alle in unsere Wohnungen und haben uns dann gegen halb 10 wieder bei Julien getroffen.

Julien hatte weder Mühe noch Kosten gescheut und jede Menge Sangria gemacht. Als wir mit unserer Palette Starköl (= richtiges Bier mit 5,2 %) eingelaufen sind, haben wir haben auch für einiges Aufsehen gesorgt. Auf der Party waren logischerweise jede Menge Franzosen, aber auch ein paar Italiener, denen ich Mittags noch Bescheid gesagt hatte, Spanier, Belgier, alles bunt gemischt. Das ganze war nur zum Teil eine Geburtstagsparty, Julien hat es eigentlich eher als Sundbyberg-Connection-Party bezeichnet. Ich habe auch wieder jede Menge neue Gesichter gesehen. Da wir ja am nächsten Tag rausmussten, sind wir nicht allzulange geblieben, aber es war trotzdem ein gelungener Abend. Vielen Dank an Julien für seine Gastfreundschaft!